Drugs in da house

Ostermärkte mit Kamelreiten sind wohl Geschmacksache. Es gibt ja auch sonst noch so einiges zu bestaunen und zu bewundern auf solch einer Veranstaltung. Besonders erstaunt aber, war ich über ein nicht genau zu definierendes Holzobjekt. Eine Mischung aus Vogelhäuschen und „Miniatur-Örtchen“, zum stolzen Preis, mangels Liebe zum Detail, von 17 €.
Sollten unsere zwitschernden Zeitgenossen das Herzchen als Einstieg akzeptieren, wäre es zu einem gewissen Zweck dienlich, falls nicht, stünde oder hinge es einfach so herum. So oder so irgend wie deplatziert zwischen den eigentlich recht hübschen Holzmöbeln, die an diesem Stand zu sehen waren.

Die zu öffnende Vorderseite erweckte allerdings meine Aufmerksamkeit und neugierig wie Menschen nun mal sind, tat ich dies dann auch. Ziemlich verblüfft, sah ich mich mit einer 1 Liter-Flasche Kräuterbitter konfrontiert. Meine Verwunderung war auf ihrem Höhepunkt angekommen. Erwartete ich doch allenfalls ein paar Plüsch-Vögelchen oder zumindest ein aus Keramik gefertigtes Minischeißhaus, ob jetzt als Aschenbecher oder nicht, dort vorzufinden.

Die Verkaufsstrategie ist hier natürlich klar zu erkennen. Ein Nicht-Produkt wird beworben durch Angriff auf die niederen Instinkte des Kunden. Ob jetzt entblößte Körperteile von jungen Frauen oder glänzende Waschbretter von Freizeit-Davids, irgend etwas funktioniert immer. Heimatliche Klänge und Gefühle, Geschäftsanzüge, Sex, Drugs oder von mir aus auch Rock & Roll.

In diesem Fall soll wohl die „Kundschaft“ angeregt werden das Häuschen für Onkel Karl-Heinz oder lieber gleich für Papa zu kaufen. Den Schnaps gibt`s dann gleich am verkaufsoffenen Sonntag im Supermarkt um die Ecke. Ich halte dies absichtlich maskulin, da die allgemeine Akzeptanz der weiblichen Sauferei noch nicht soweit ist, dass man gleich Hochprozentiges im Miniaturklo verschenken würde.

Ein ganz normaler Sonntag in einer ganz normalen Stadt. Und es dreht sich wieder einmal alles um die Volksdroge N° 1 – das liebe Geld, oder doch der Alk?! Die öffentlichen Toiletten sind am Domplatz und im Hintergrund reiten zwei Kinder auf stinkenden Kamelen durch die Fußgängerzone …

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