Morgenstund hat Alk im Mund

Kapitel 1erster Teil

Morgenstund hat Alk im Mund

So, jetzt erst mal Schnaps in den Kaffee. Drei müssen es schon sein. Drei Schnäpse natürlich, die kleinen Fläschchen, welche Marke ist da völlig egal. In der Größe des bekanntesten ‚Kräuterbitters‘, mit dem grünen Verschluss und dem Papier drumrum. Die Menge der Tassen kann dann variieren.

Genau so war es – ekelhaft – gebe ich gerne zu. Jetzt gibt es nur noch Kaffee. Also insgesamt mussten es schon vierundzwanzig solcher kurzen sein, bevor ich überhaupt daran gedacht habe das Haus zu verlassen. Wer sich in der Materie etwas auskennt, weiß, dass das an den meisten Tagen nicht geklappt hat. Die nicht betroffenen werden es jetzt erfahren.
Das „Morgenproblem“ kann man einfach beschreiben. Ich weiss, wie viel Stoff ich brauche, um zu funktionieren. Habe das Zeug auch besorgt, aber, es ist nichts mehr, oder nur noch teilweise  da. Warum ? Das liegt am so genannten „Kontrollverlust“. Befindet sich einmal der Alkohol in der Wohnung, wird er auch vernichtet. Profis, die sich es leisten können legen da natürlich enorme Vorratsmengen an. Die sind aber in der Unterzahl, da das Saufen einen sozialen, also auch finanziellen Niedergang bedeutet. Man fängt mit einem ‚Glenn‘ oder ‚Livet‘ an und hört beim Doppelkorn auf. Ich schweife ab, wie so oft …

Hat man sich erst einmal aus dem trief nassen, verschwitztem Bett gekämpft, fängt die Suche an. Ist noch was da, trinkt man es. Wenn nicht, Alarm, Super GAU ! Man ärgert sich natürlich auch darüber, dass man sich wieder einmal nicht ‚zusammen reissen‘ konnte. Was totaler Quatsch ist und zeigt, wie dieser voll gesaugte Schwamm, namens Gehirn dann noch seine Arbeit erledigt.
Unbedarfte Gemüter, die sich fragen warum muss der denn jetzt trinken, sollten sich das ganze wie die Luft zum atmen vorstellen. Der Körper wehrt sich wenn man ihm die wegnehmen will. Da gibt es dann die unterschiedlichsten Sachen, Schweissausbrüche, Zittern, Brechreiz und Angst, womit wir wieder bei der Luft sind. Ja, es geht bis zu Todesängsten.
In ganz schlimmen Fällen, kann es auch zu Krampfanfällen kommen, übler Anblick, oder auch Halluzinationen. Die berühmten weissen Mäuse und rosa Elefanten. Die sieht man nämlich nicht, wie oft angenommen, im Suff, sonder im Entzug. Jetzt hat mal einer Todesangst und um ihn herum krabbeln tausende handgrosse Spinnen. Alles klar ?
Mir ist das zum Glück erspart geblieben. War immer nur Zuschauer, langt auch.

 

Fortsetzung folgt …

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